4 Bücher für 4 Jungs: Tipps von Heiko Wolz

Heiko Wolz hat mit seinen Superhelden selbst einen waschechten Jungen-Titel hingelegt. Und er weiß, was Geschichten brauchen: Gefühle, Prickel, einen Schuss Tragik und manchmal auch einen Pfirsich. Nein, einen Riesenpfirsisch. Mindestens. 

„James und der Riesenpfirsich“ von Roald Dahl (ab 8)

Im Grunde sollte jedes Kind alle Bücher von Dahl lesen. Warum? Sie sind einfach zu schön, um nicht gelesen zu werden! „James und der Riesenpfirsich“ zählt neben „Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Matilda“ und „Danny oder die Fasanenjagd“ zu Dahls bekanntesten Werken. Und beginnt typisch für ihn: „Bis zu seinem vierten Lebensjahr war Henry James Trotter ein glücklicher Junge. … Doch eines Tages fuhren James’ Eltern zum Einkaufen nach London, und dort passierte etwas Schreckliches. Sie wurden beide von einem riesengroßen zornigen Rhinozeros aufgefressen, das aus dem Londoner Zoo entwichen war, und das bei hellichtem Tag und mitten auf einer belebten Straße. Wie man sich denken kann, war das wirklich ein unerfreuliches Ende für so nette Eltern.“ Seitdem muss James bei seinen Tanten Schwamm und Zinke leben. Die Hölle! Aber James findet einen magischen Riesenpfirsich. In dem leben seltsame Geschöpfe. Mit ihnen stürzt James sich in ein phantastisches Abenteuer. Wunderbar schräg, spannend und humorvoll – eben rundum Roald Dahl.

rororo rotfuchs, 160 Seiten, ISBN 978-3-499-21183-6, 6,99 Euro

„Schurken überall“ von Frank Schmeißer (ab 10)

Auch in „Schurken überall“ von Frank Schmeißer geht es witzig zu. Sebastian Traugott von Nervköter – oder „Das Gehirn“ -, seine Freundin Barbara „Action-Bärbel“, Martin „Das Chamäleon“ und dessen unsichtbarer Freund Dieter „Der Hosenscheißer“ bilden die UNGLAUBLICHEN DREIEINHALB. Richtige Superhelden sind sie nicht. Trotzdem ziehen sie in den Kampf, als in ihrer Schule geklaut wird und die Lieblingslehrerin in Verdacht gerät. Das nicht alles nach Plan verläuft, dürfte klar sein. Ein temporeicher und wahnsinnig lustiger Roman!

schurken

Ravensburger Verlag, 244 Seiten, ISBN: 978-3-473-36825-9, 12,99 Euro

„Erebos“ von Ursula Poznanski (ab 12)

„Erebos ist ein Spiel. Es beobachtet dich, es spricht mit dir, es belohnt dich, es prüft dich, es droht dir. Erebos hat ein Ziel: Es will töten.“ Als Raubkopie geistert Erebos durch eine Londoner Schule. Auch Nick gerät in dessen Bann. Beinahe zu spät bemerkt er, dass Erebos mehr ist als ein reines Spiel. Ursula Poznanski hat ein absolut fesselndes Buch geschrieben. das nicht nur für Computerspiel-Fans interessant ist. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen verschlungen. Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite!

Loewe TB, 488 Seiten, ISBN 978-3-7855-7361-7, 9,95 € (D); 10,30 € (A)

„Fliegenfänger“ von Willy Russell (ab wenn man erwachsen wird)

Den Abschluss bildet Willy Russells „Fliegenfänger“. Ich bin mir nicht sicher, ob du mir den noch als Buch für Jungs durchgehen lässt, lieber Frank. Solltest du aber! Es ist einfach zu herrlich, Raymond, die Hauptperson, beim Erwachsenwerden zu begleiten. Das ist tragisch, tieftraurig, immer aber mit einem so wunderbaren Humor erzählt, dass man Raymond einfach lieben muss! „Ein Huckleberry Finn von Heute“ heißt es über den Fliegenfänger. Wie auch immer: eins meiner absoluten Lieblingsbücher, dass ich jedem Heranwachsenden ans Herz legen möchte.

Taschenbuch, 528 Seiten, ISBN: 978-3-453-86428-3
€ 8,95 [D] | € 9,20 [A] | CHF 13,50

... liest aus seinen Superhelden.

… liest aus seinen Superhelden.

Heiko Wolz, 36,  war Buchhändler und Mitarbeiter in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung, bis seine Frau und seine vier Kinder ihn zum Hausmann erklärten. Seine skurril-witzigen Romane und Erzählungen schreibt er nun zwischen Herd und Puppenhaus, Bügelbrett und Ritterburg. Als Kind liebte er „Davy Krocketts Abenteuer“ von Tom Hill und gerade liest er „Nick & Nora – Soundtrack einer Nacht“ von Rachel Cohn / David Leviten.

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