Von Aliens, Urtieren und den Farben des Lebens

Ich hänge nach, oh je! Auch in der November-Ausgabe und im Dezember gab es im Eselsohr Buchtipps für Jungen, nicht nur von mir, sondern auch vom geschätzten Kollegen Rüdiger Bertram. Und obendrauf gleich am 1. Tag des Jahres noch die 4 Jungen, 4 Bücher-Tipps im Januar. Hier zum Download, aber die bessere Lösung: das hier zum Beispiel! Es ist jeden Monat prall voll mit allem, was man zum Kinder- und Jugendbuch wissen sollte.

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Leseförderung im Dschungel mit dem Drachen Kokosnuss.

Die Studierenden meines Seminars „Leseanimation für Jungen“ gestalten unter meiner Anleitung Workshops und Projekttage jeweils rund um ein Buch und ein Thema. Diese Gruppe hat sich besonders ins Zeug gelegt und gezeigt, wie man alle Sinne einsetzt, um Lesen spannend zu machen.
Die Basis war das Buch „Der kleine Drache Kokosnuss und der Schatz im Dschungel“ von Ingo Siegner. Die komplette Dokumentation mit Fotos findet sich hier:  Workshop Der kleine Drache Kokosnuss. Das Seminar ist ein Teil des Lehrprojekts „boys & books“ (weitere Workshops unter diesem Link) am Lehrstuhl von Prof. Dr. Christine Garbe, Institut für Sprache und Literatur II der Uni Köln.

Buchtipps für Jungen im sommerlichen Eselsohr

Wenn der Vater mit dem Sohne in die Ferien fährt, kommt alles raus, was er nicht kann – der Vater, nicht der Sohn! Im Zweifelsfall hängt es dann an der Mutter, für zwei bis drei Wochen das Familienwetter irgendwie im Hochdruckbereich zu halten, mit möglichst viel Hoch und wenig Druck.
Diese Bücher könnten helfen, weil viel verschwunden wird darin. Das ist das, was sich die Mütter in den drei Wochen oft wünschen. Sie sprechen es natürlich nicht aus. Schlaue Mütter!
Meine Buchtipps für Jungen im Eselsohr-Heft Juli 2015 hier zum Download. Wie immer gilt: Das Heft ist randvoll mit Beiträgen und Rezensionen rund ums Kinder- und Jugendbuch, es lohnt sich ein Abo.

Cover Buchtipps Eselsohr Juli 2015

Die wichtigste Eigenschaft meiner Großmutter ist, dass sie nicht stirbt.

So lautet die Überschrift meiner Buchtipps für Jungen in der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Eselsohr. Außerdem geht es um Haie, die keine sind oder dann wieder doch. Und um Dinge, die man krachen lassen kann. Und um Flossenhäkeln und Schuppenprobleme. Na, wenn das mal nicht genderspezifisch ist. Wie immer gilt: Hier die Juni-Tipps für Jungs im Eselsohr downloaden, aber besser ist, gleich das Eselsohr zu abonnieren, weil es noch unendlich viel mehr über Kinder- und Jugendbücher darin zu entdecken gibt. Zum Beispiel das Interview, das ich mit Maren Gottschalk geführt habe – über die Tiefen und Untiefen von berühmten Menschen wie Astrid Lindgren oder Nelson Mandela.

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Bei Befindlichkeit empfiehlt der Autor: Bücher

Da erwidert in den Nachrichten ein Professor auf die Frage, ob es Sinn mache, weiterhin darüber zu informieren, dass die Zahlen weder eine „Überfremdung“ der Gesellschaft noch eine „Schädigung“ der Sozialsysteme erkennen ließen: „Nein, Informationen nützen nichts, es geht um Befindlichkeiten, die entstehen, wenn man etwas nicht kennt und keinen Kontakt dazu hat.“ Nun können wir nicht überallhin einen Bus voller Menschen mit anderer Hautfarbe oder Religion schicken. Aber Bücher sind traditionell eine gute Möglichkeit, zwischen Kopf und Bauch zu vermitteln.

Im Eselsohr März empfohlene Bücher für Jungen

Diesen Monat empfehle ich also in meiner Kolumne „4 Bücher, 4 Jungen“ im Eselsohr Bücher, die zwar nicht neu sind, aber ohne Zweifel zeitlos. Es geht um Flucht und Vertreibung und wie Leben sein kann, wenn man die Heimat verliert. Hier als Download die Eselsohrs Buchempfehlungen für Jungs, aber wie immer gilt: Besser die Eselsohr-Zeitschrift kaufen, es steht noch viel mehr über Kinder- und Jugendbücher drin. Eine Fundgrube!

Praxisbuch Leseförderung mit kicken&lesen Köln

Frisch aufm Tisch: Das Praxisbuch Leseförderung mit einem ausführlichen Artikel über das kicken&lesen Köln-Projekt inklusive beispielhafter Trainingsabläufe.  Und natürlich vielen anderen nicht minder interessanten Beiträgen zum Thema … klar: Leseförderung.

Praxisbuch Leseförderung

4 Bücher für 4 Jungs: Tipps von Sven Puchelt

Heute ziemlich tierische Buchtipps für Jungen. Tierisch gut und mit Tieren drin. Außerdem spielen ein 100-Euro-Schein, die Steinzeit, zwei bis drei schöne Mädchen, Raben und eine folgenreiche Zugfahrt eine Rolle. Viereinhalb Empfehlungen aus Waldbronn.

„Hund Müller“ von Hilke Rosenboom (ab 8 Jahre)

Egal ob Lesemuffel oder Vielleser, der Junge wird auf jeden Fall Spaß daran haben. Es geht um den Jungen Helmut, der sein Taschengeld durch Hundeausführen aufbessern möchte. Der ausgewählte Hund sieht allerdings 1. total doof aus, hört 2. auf den Namen Müller und soll 3. gesiezt werden. Als beim ersten Gassi gehen Müller mit einem 100-Euro-Schein aus einem Gebüsch auftaucht, wird Helmut in einen ebenso spannenden wie lustigen Kriminalfall verwickelt.
Und, lieber Frank, du siehst, das ist ein ganz günstiges Taschenbuch und darum empfehle ich dir als Ergänzung das ganz neue Buch „Alfonso – der Meisterdieb“ von Thies Schwarz. Ein Krimi-Comic-Rate-Such-Knobel-Buch an dem dann auch die älteren Geschwister garantiert noch ihre Freude haben werden! (Geschickt einen weiteren Tipp reingeschmuggelt, lieber Sven!)

Carlsen, Taschenbuch, 128 Seiten, 5,99 Euro – ISBN 978-3-551-35986-5 Weiterlesen

Väter lesen vor – ein Projekt der pro familia Passau

„Dieses Vätervorlese-Projekt lässt sich leicht und ohne finanzielle Ressourcen jederzeit und überall realisieren. Wenn ich das praktisch vor Ort umsetze,  brauche ich keine Politik, dann ändert sich etwas bei den beteiligten Menschen.“
Perdita Wingerter von Pro Familia Passau im Gespräch mit Dr. Bruno Köhler, Leiter des Projekts „Jungenleseliste“ von MANNdat e.V. – ein Gastbeitrag

MANNdat: Sehr geehrte Frau Wingerter, pro familia führt derzeit ein Vätervorlese-Projekt durch. Wie läuft das ab?

Perdita Wingerter: Wir haben vor einigen Jahren eine Männergruppe bei pro familia initiiert, die sehr aktiv ist. Ich habe dort angefragt, ob sich einige der Väter vorstellen könnte, sich auch bei einer Vorleseaktion für Kinder zu engagieren. 4 Väter sagten spontan zu. Wir arbeiten bei der Aktion mit der örtlichen Bücherei zusammen, die einen eigenen Raum dafür zur Verfügung stellten und uns bei der Werbung unterstützen. Zielpublikum waren Kinder im Alter zwischen 5 und 8 Jahren. Wir richteten den Raum sehr gemütlich her, mit großen Sitzkissen, einem gemütlichen Ohrensessel für die Vorleser, dekorierten den Raum und stellten für die Kinder Kekse und Getränke zur Verfügung. Die Vorleseaktion dauert zwischen 1 – 1,5 Stunden – länger können sich die Kinder nicht konzentrieren. Weiterlesen

Wenn es nur ordentlich knallt und scheppert!

Buchhändler Jürgen Hees im Gespräch mit Frank Maria Reifenberg über Jungsregale, Albtraumdealer und Büchertüten für Neugeborene: „Meine oberste Regel ist: Jungs, die zu mit kommen, dürfen lesen, was sie wollen. Weder lache ich sie aus noch werde ich die Wahl als trivial oder Ramsch bezeichnen. Ich nehme sie ernst.“

Jürgen, du warst (und bist wahrscheinlich) Deutschlands erster „Jungenbuchhändler“. Wie kam es dazu und was muss man darunter verstehen?

Jürgen Hees, quasi unterwegs

War ich der erste? Das weiß ich gar nicht, tatsächlich kannte ich damals wirklich keinen anderen persönlich, der eine eigene Jungsecke eingerichtet hätte. Mittlerweile habe ich aber bereits in einigen Buchhandlungen und Bibliotheken Jungsregale entdeckt. Ob das Nachahmer sind oder ob die Leute dort selbst drauf gekommen sind… keine Ahnung! Aber das ist eigentlich auch egal, Hauptsache, es passiert etwas in dieser Richtung.

Warum macht man überhaupt ein Jungsregal?

Anfangs gab es in der Buchhandlung, in der ich arbeite, nur das übliche Kinder- und Jugendbuch A-Z mit den ganz typischen Einteilungen  ab 8, ab 10 und so weiter. Als die Frechen-Mädchen-Freche-Bücher-Reihe bei Thienemann erschien, stellte man ganz plötzlich Hanni und Nanni, Die wilden Hühner  und wie sie alle heißen in ein separates Regal, pappte einen griffigen Slogan wie z.B. „Wilde Mädchen“ oder „Weiberkram“ drauf und fertig. Das hat super funktioniert und keiner hat es je infrage gestellt. Weiterlesen

Leseanimation in der Praxis – 2 Konzepte für Schulen und Bibliotheken.

Book-Slam® und Bücherjungen – Jungenbücher, zwei Praxisbeispiele: Leseförderung ist ein weites Feld, das es über lange Zeit und über mehrere Stufen zu beackern gilt. Oft wird der Begriff ungenau genutzt und ein einzelner Baustein des Prozesses für das Ganze gesetzt, nämlich die Leseanimation. Sie ist ein wichtiger Baustein, weil hier – im Idealfall – Bücher aus dem staubigen, anstrengenden Kontext, in dem viele Kinder und Jugendliche das Lesen sonst erleben, herausgehoben werden. Lust  am Buch zu wecken ist gleichzeitig Ziel und Weg solcher Maßnahmen. Leseanimation muss jedoch in weitere, nachhaltige Bemühungen der Leseförderung eingebettet werden, sonst verpufft sie.

Book-Slam für den Titel „Die Poison diaries – Liebe ist unheilbar“ von Maryrose Wood. Nicht für Jungs, aber mal ehrlich, danach will sonst JEDE(R) das Buch lesen!
Foto: Petra Scheuer

Ich stelle heute zwei Methoden zur Leseanimation vor, die in jeder Schule oder Bibliothek mit recht überschaubarem Aufwand umgesetzt werden können. Den Book-Slam® (der Begriff wurde als Warenzeichen geschützt, deshalb das kleine ®) von Dr. Stephanie Jentgens entwickelt, Dozentin für Literatur an der Akademie Remscheid, und meinen eigenen Workshop Bücherjungen – Jungenbücher.

Book-Slam® – schnell, knackig, emotional

Buchvorstellungen durch Schülerinnen und Schüler vor der Schulklasse gab es schon früher. Meistens holperte sich der oder die Vortragende durch eine Inhaltsangabe und ermüdete sich und das Publikum. Der Book-Slam macht daraus eine rasante und jugendgerechte Methode. Im Mittelpunkt steht, ein Buch in sehr knapper Zeit „hinzuknallen“ (wie das englische Wort ‚slam’ schon ahnen lässt.) Es ist eher mit einem Werbespot als mit einer Buchempfehlung zu vergleichen.

Schnell, knackig, auf den unique selling point des Buches gebracht, emotional, mit kreativen Mitteln, die möglichst auch die Sinne ansprechen und nicht nur den Verstand. Ich habe dies zum ersten Mal voriges Jahr auf einer Lesereise in Südtirol erlebt. Drei Gruppen einer Klasse überraschten mich mit Präsentationen meiner eigenen Bücher: Eine Moritat mit wunderschönen Bildern, eine Szene, die vorgespielt wurde usw. Ich kam am Ende fast gar nicht mehr zum Vorlesen und lernte meine eigenen Bücher neu kennen.

And the winner is …

Kurz und knapp umrissen sieht die Methode so aus: Ein kleines Team sucht sich ein Buch aus und bereitet eine Präsentation vor. Das kann unterschiedliche Formen haben: Ein Rap, eine Bildergeschichte, szenische Darstellungen, das Buch als Schattenspiel – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es stehen nur drei Minuten zur Verfügung.

Im Vordergrund steht: Kann ich das Publikum für dieses Buch begeistern und – ganz wichtig! – kann ich den Slam damit gewinnen, denn es ist als Wettbewerb angelegt. Am Ende sind die Slam-Teilnehmer dem gnadenlosen Urteil der Zuhörerinnen und Zuhörer ausgesetzt, wie beim Eiskunstlaufen werden die Wertungstafeln gezückt. Dabei wird nicht der Darsteller beurteilt, sondern das Buch. Wichtig ist, dass die Zeit eingehalten wird, weshalb eine Hupe oder Pfeife ebenso gnadenlos das Ende jeder Vorstellung signalisiert.

Wertungstafel eines Book-Slams, Foto: Petra Scheuer

Besonders geeignet ist diese Methode für 10- bis 12-Jährige. Auf der Homepage www.bookslam.de hat Stephanie Jentgens ausführlich die Durchführung eines Book-Slams dokumentiert. Alle, die den “Book-Slam®” kommerziell nutzen, müssen sich wegen der Nutzungsrechte an die Akademie Remscheid wenden. Wo die Grenzen zwischen kommerziell und nicht-kommerziell verlaufen, weiß ich nicht, also: auf jeden Fall nachfragen.

Für Nachhaltigkeit sorgen

Sehr wichtig ist, nach dem Book-Slam für Nachhaltigkeit zu sorgen. Das beginnt damit, dass die vorgestellten Bücher anschließend auch verfügbar sein müssen. Jentgens betont das und ich unterstreiche es. In mindestens der Hälfte aller Fälle sind noch nicht einmal die Bücher, aus denen ich vorlese, in der Schule vorrätig. Sogar in Bibliotheken kommt das vor, wenn auch viel seltener!
Mittlerweile gibt es auch Fortbildungen für Multiplikatoren in der Leseförderung, zum Beispiel bietet die Diplom-Bibliothekarin Petra Scheuer aus der Stadtbibliothek Lauterbach solche an. Praxisberichte gibt es auch schon einige, einfach mal Book Slam googeln.

Bücherjungen – Jungenbücher

Der von mir entwickelte Workshop ‚Bücherjungen – Jungenbücher‘ ist eine Maßnahme zur Leseanimation und Lesemotivation von Jungen der 5. und 6. Klasse, richtet sich also an dieselbe Alterstufe wie der Book-Slam. In einer lockeren Abfolge von Lese-, Spiel- und Bewegungselementen wird der Umgang mit Büchern in einem unterhaltsamen Rahmen erprobt. Im Mittelpunkt steht, das Lesen als eine auch für Jungen attraktive Kulturpraxis zu präsentieren, die zunächst vor allem der Unterhaltung und Entspannung dient. Zentrales Element ist das Bücher-Voting, in dem die Teilnehmer die von ihnen favorisierten Titel aus 10 bis 15 Vorschlägen auswählen.

Bücher-Voting Foto: Frank M. Reifenberg

Bücher im Konkurrenzkampf stärken

Für viele Jungen ist Lesen eine mühselige und langweilige Angelegenheit, die zudem nicht zu ihrem Bild von einem coolen Typ passt. Lesen ist in ihren Augen Mädchenkram, andere Medien – besonders elektronische Spiele aller Art – sind attraktiver und oft reicht ihre Lesekompetenz auch nicht aus, um flüssig und mit Freude zu lesen. Am letzten Punkt ändert auch ein solcher Workshop nichts, hier greifen nur langfristig angelegte Maßnahmen der Leseförderung.

(c) Abraxas Festival Zug/Schweiz

‚Bücherjungen – Jungenbücher‘ macht in erster Linie Lust aufs Buch und holt das Buch vom Sockel des hohen Kulturguts mit pädagogischem Anspruch herunter. Im Workshop begegnen den Teilnehmern Bücher als etwas, in dem es um Dinge geht, die sie interessieren, in einer Form und mit Methoden, die ihnen Spaß machen.

Mitmachen, bewegen, Spaß haben

Der Workshop folgt einer Dramaturgie, die Spannung erzeugt, Bücher begehrenswerter macht. Dazu gehört auch die Abgrenzung zu den Mädchen. Alleine die Tatsache, dass die Jungen sich „auserwählt“ fühlen und mit einer Veranstaltung nur für sie „belohnt“ werden, schafft eine Atmosphäre des Besonderen.

Bewegung und Aktions-Elemente spielen eine wichtige Rolle. Die Jungen werden immer wieder spontan zum Mitmachen animiert, sie sollen ihre Talente einbringen und vorführen – freiwillig und ohne Leistungsdruck. Wenn es sich ergibt wird gezeichnet, gesungen oder es werden sportliche Fähigkeiten unter Beweis gestellt. Dass es sich ergibt, dafür muss der Coach sorgen. Es wird viel gelacht und viel applaudiert. Und als Coach sehe ich mich in dieser Situation. Nicht als Leiter oder Lehrer.
Der Workshop kann im Prinzip von jedem durchgeführt werden, der im Umgang mit Jungen der Altersgruppe geübt ist und ihnen vorurteilsfrei begegnet. Dies gilt auch für Frauen. Nicht das Geschlecht entscheidet in erster Linie über den Erfolg, sondern die Frage, ob Mann wie auch Frau gendersensibel agiert.

Animateur, Entertainer, Dompteur

Leseanimation kann viele Formen haben. Sie lebt davon, was der „Animateur“ daraus macht. Genau so fühle ich mich dabei: wie ein Animateur oder ein Entertainer in Sachen Bücherspaß. Manchmal auch wie ein Dompteur, weil es gar nicht so einfach ist, jedes Mal von neuem vor eine völlig fremde Gruppe von Rabauken zu treten und ihnen – wenn auch nur für zwei Stunden – ein intensives Angebot zu machen.
Dazu werfe ich immer wieder viel von mir in den Ring: meine Persönlichkeit, meine Erfahrungen im Auftritt vor Gruppen, meine eigene Lesesozialisation und nicht zuletzt mein Vergnügen daran, mit anderen in einen Dialog zu treten, andere herauszufordern.

Die Workshops folgen dem beschriebenen Muster, laufen aber nie nach Schema F ab. Sie erfordern eine ständige Anpassung an das Lese-Niveau der Teilnehmer, an deren Bereitschaft mitzuspielen, an die Laune und die Bücher, die die Jungen mitbringen. Zur Ermutigung anderer stelle ich den Ablauf des Workshops und die Liste der Bücher, die ich verwende, zum Download zur Verfügung. Ich würde mich freuen, wenn andere dieses Gerüst nutzen und ihren eigenen Workshop daraus entwickeln.

Selbst lesen hilft!

Ein Tipp für alle, die den Workshop ausprobieren wollen: Das Interesse an Büchern und damit auch die Bereitschaft, sich mit einer gewissen Anzahl von Titel zu beschäftigen, ist natürlich eine wesentliche Voraussetzung. Das hört sich selbstverständlich an, aber sehr häufig stelle ich fest, dass es den betreuenden Personen zu viel ist, sich mit den vielleicht 20 Titeln zu beschäftigen, die man für die Workshops braucht. Daraus jedoch bezieht die ganze Aktion ihre Kraft. Die gekonnte Verbindung zwischen Vorlieben der Teilnehmer und den  Geschichten herzustellen, gelingt nur, wenn man sowohl die Interessen der Jungen als auch die Bücher kennt.

Übrigens, beide Methoden können auch gut miteinander verbunden werden: Zuerst das Voting, dann mit dessen Ergebnissen der Slam.

Hier können Sie das ausführliche Konzept des Workshops downloaden: Reifenberg BJJB Workshop Konzept 10_2012 (PDF). Über Rückmeldungen und Anregungen freue ich mich sehr. Nutzen Sie  die Kommentarfunktion oder schreiben Sie mir eine E-Mail, wenn Sie eigene Veranstaltungsformen entwickelt haben. Und wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, freut mich auch der Klick auf den Gefällt-mir-Button unten.

Einen Radiobeitrag über einen BJJB-Workshop in der 8. Klasse finden Sie hier: Radiobeitrag Workshop BJJB Bad Berleburg (mp3-Datei).  Weitere Beiträge zum Thema in diesem Blog: Buchtipps für Jungen.